Küchenplanung im Neubau: Wann solltest Du beginnen?
Sobald der Grundriß konkret wird. Spätestens bevor Elektro- und Sanitäranschlüsse festgelegt werden, sollte die grundsätzliche Küchenplanung stehen. Welche Front, welche Armatur oder welches konkrete Küchenmodell Du später kaufst, muß zu diesem Zeitpunkt dagegen noch nicht entschieden sein.
Dieser Artikel behandelt die Küchenplanung im Neubau. Planst Du eine neue Küche für einen bereits bestehenden Raum, gelten andere Ausgangsbedingungen – dafür findest Du hier den passenden Ratgeber: Küchenplanung im Bestand.
Warum die Küchenplanung im Neubau so früh beginnen sollte
Die Küchenplanung greift unmittelbar in Entscheidungen ein, die bereits während der Gebäudeplanung und des Rohbaus getroffen werden. Fensterpositionen, Türen, Wandstücke, die Lage einer möglichen Kücheninsel, Wasser- und Abwasseranschlüsse, Elektroanschlüsse und gegebenenfalls die Führung einer Abluftleitung hängen mit der späteren Aufteilung der Küche zusammen.
Genau deshalb liegt der entscheidende Denkfehler oft in einer scheinbar harmlosen Gleichsetzung: Küchenkauf und Küchenplanung werden als ein und derselbe Schritt behandelt.
Das sind sie aber nicht.
Die Planung legt fest, wie der Raum später funktioniert: Wo befinden sich die wesentlichen Funktionsbereiche? Wie lang sind die Wege? Wo wird gearbeitet? Welche Bewegungsflächen werden benötigt? Wo müssen Anschlüsse vorgesehen werden?
Die Entscheidung für einen Hersteller, ein Küchenstudio, Fronten, Griffe oder bestimmte Ausstattungsdetails kann dagegen wesentlich später fallen.
Beim Neubau muß die Planung deshalb früh stehen. Der Küchenkauf noch nicht.
Der richtige Zeitpunkt: Küchenplanung nach Bauphase
Pauschale Empfehlungen wie „zwölf bis achtzehn Monate vor dem Einzug“ helfen beim Neubau nur bedingt weiter. Entscheidend ist nicht die Anzahl der Monate bis zum Einzug, sondern der tatsächliche Planungs- und Baufortschritt.
Je nach Bauweise, Planungsablauf und Bauzeitenplan können die entscheidenden Zeitpunkte sehr unterschiedlich liegen.


Eine sinnvolle Küchenplanung läßt sich in folgende Phasen unterteilen:
| Bauphase | Was sollte bei der Küche feststehen? |
|---|---|
| Grundrißplanung | Raumgröße, Türen, Fenster und grundsätzliche Küchenform |
| Werk- und Ausführungsplanung | Positionen der wesentlichen Funktionsbereiche und Geräte |
| Elektro- und Sanitärplanung | benötigte Positionen für Wasser, Abwasser und Elektroanschlüsse |
| Innenausbau | Planung überprüfen und tatsächliche Maße kontrollieren |
| Vor der Küchenbestellung | endgültiges Aufmaß und konkrete Ausführung festlegen |
Je früher eine Bauphase liegt, desto grundsätzlicher sind die Entscheidungen, die dort getroffen werden. Und desto weniger haben sie mit Frontfarben, Griffen oder Gerätemarken zu tun.
Deshalb kannst Du Deine Küche bereits sinnvoll planen, obwohl Du noch längst nicht wissen mußt, welche konkrete Küche Du später kaufen wirst.
Was muß früh feststehen – und was kann noch warten?
Gerade beim Neubau entsteht schnell das Gefühl, man müsse sich viel zu früh auf eine fertige Küche festlegen. Tatsächlich muß zu diesem Zeitpunkt aber längst nicht jedes Detail entschieden sein.


Früh geklärt werden sollten insbesondere:
- die grundsätzliche Aufteilung der Küche
- die Position und Größe einer möglichen Kücheninsel
- die Positionen von Spüle und Kochfeld
- der Bereich für Kühl- und Gefriergeräte
- die Anordnung von Hochschränken
- benötigte Wasser- und Abwasseranschlüsse
- benötigte Elektroanschlüsse
- gegebenenfalls eine Abluftführung
- die grundsätzliche Beleuchtungsplanung
- notwendige Bewegungs- und Arbeitsflächen
- eventuelle Verbindung zu einem Vorratsraum oder einer Nebenküche
Später entschieden werden können beispielsweise:
- Frontfarbe
- Griffe oder grifflose Ausführung
- konkrete Oberflächen
- viele Details der Innenausstattung
- konkrete Hersteller und Küchenprogramme
Du mußt Dich also nicht schon während der Hausplanung auf eine Front oder einen Hersteller festlegen.
Du solltest aber bereits wissen, wie der Raum funktionieren soll.
Warum der Grundriß vor der Küche nicht in Stein gemeißelt sein sollte
Die übliche Reihenfolge lautet häufig: Der Hausgrundriß steht fest und anschließend wird versucht, die gewünschte Küche darin unterzubringen.
Sinnvoller ist es, zumindest während der frühen Planungsphase auch in die andere Richtung zu denken.
Wenn eine Küchenidee nicht richtig funktioniert, liegt das nämlich nicht zwangsläufig an der Küche selbst. Vielleicht sitzt ein Fenster an einer ungünstigen Stelle. Vielleicht nimmt eine Tür genau die Wandfläche weg, die für einen Hochschrankbereich benötigt würde. Vielleicht ist der Raum zwar groß genug, seine Proportionen erzeugen aber ungünstige Laufwege.
Oder eine geplante Kücheninsel sieht im Grundriß zunächst großzügig aus, läßt aber im Alltag zu wenig Bewegungsfläche. Worauf es bei Platz, Wegen und Anschlüssen ankommt, steht im Ratgeber Kücheninsel planen.
Dann bringt es wenig, Schrank für Schrank zu verschieben und zu versuchen, die Küche irgendwie in einen bereits festgelegten Raum hineinzuzwingen.
Genau hier unterscheidet sich eine Planung, die bei Küchenmöbeln beginnt, von einer Planung, die beim Raum beginnt.
Solange sich das Gebäude noch in einer frühen Planungsphase befindet, können solche Zusammenhänge überprüft werden. Je weiter der Bau fortgeschritten ist, desto größer wird dagegen der Aufwand für Änderungen an Fenstern, Türen, Wänden oder bereits geplanten Anschlüssen.
Küchenplanung beim Fertighaus: Warum Entscheidungen besonders früh fallen
Beim Fertighaus können wichtige Entscheidungen besonders früh im Planungsablauf benötigt werden.
Durch den hohen Vorfertigungsgrad werden zahlreiche Details bereits während der Werk- und Ausführungsplanung festgelegt – lange bevor auf dem Grundstück der spätere Raum tatsächlich erlebbar ist.
Aus mehrjähriger Erfahrung im ökologischen Holzhausbau bei Fertighausanbietern weiß Rasterliebe, daß belastbare Küchenkonzepte deshalb teilweise schon sehr früh benötigt werden.
Wer erst mit der Küchenplanung beginnt, wenn der Rohbau sichtbar steht, kann für grundlegende Entscheidungen bereits spät dran sein.
Das bedeutet nicht, daß Du in dieser frühen Phase schon eine fertige Küche kaufen mußt.
Es bedeutet vielmehr, daß die wesentlichen Grundlagen geklärt sein sollten: Wie wird die Küche grundsätzlich aufgeteilt? Wo befinden sich die Funktionsbereiche? Wo werden Wasser, Abwasser und Elektro benötigt? Welche Auswirkungen hat die Küche auf Fenster, Türen und angrenzende Bereiche?
Gerade beim Fertighaus lohnt es sich deshalb, Küchenplanung und Küchenkauf gedanklich voneinander zu trennen.
Welche Anschlüsse von der Küchenplanung abhängen
Elektro- und Sanitärplanung sind keine Details, die unabhängig von der Küche irgendwann später festgelegt werden sollten.
Wo Wasser und Abwasser benötigt werden, hängt beispielsweise davon ab, wo Spüle und Geschirrspüler vorgesehen sind. Auch die erforderlichen Elektroanschlüsse ergeben sich aus der geplanten Anordnung und den vorgesehenen Geräten.
Hinzu kommen Steckdosen im Arbeitsbereich, Beleuchtung und gegebenenfalls weitere technische Anforderungen.
Werden diese Positionen festgelegt, bevor das Küchenlayout wirklich durchdacht ist, entsteht eine ungünstige Reihenfolge:
Die spätere Küche muß sich den bereits vorhandenen Anschlüssen unterordnen.
Sinnvoller ist die umgekehrte Reihenfolge:
Zuerst wird die Küche funktional geplant. Daraus werden anschließend die benötigten Anschlußpositionen abgeleitet.
Genau dafür kann ein Installationsplan hilfreich sein. Er hält die für die Planung relevanten Positionen und Höhen von Elektro- und Sanitäranschlüssen fest und dient als Grundlage für die weitere Abstimmung.
Die endgültige technische Prüfung und Ausführung erfolgt dabei durch die jeweiligen Fachbetriebe.
→ Installationsplan bei Rasterliebe ansehen
5 häufige Fehler bei der Küchenplanung im Neubau
Gerade weil die Küche im Neubau mit anderen Planungsentscheidungen zusammenhängt, können kleine Versäumnisse später große Auswirkungen haben.
Zu den häufigsten Fehlern gehören:
1. Zu spät mit der Küchenplanung beginnen
Wer erst über die Küche nachdenkt, wenn Grundriß und Anschlüsse bereits feststehen, verliert einen großen Teil der planerischen Freiheit.
2. Anschlüsse festlegen, bevor das Küchenlayout steht
Wasser- und Elektroanschlüsse sollten sich möglichst aus einer durchdachten Planung ergeben – nicht umgekehrt.
3. Den Grundriß ungeprüft übernehmen
Nur weil eine Küche im Grundriß eingezeichnet ist, bedeutet das noch nicht, daß diese Aufteilung für Deine Nutzung tatsächlich die beste Lösung ist oder im Alltag sinnvolle Abstände eingehalten wurden.
4. Die Optik vor die Funktion stellen
Eine große Insel oder eine symmetrische Hochschrankwand kann auf einer Visualisierung überzeugend aussehen. Entscheidend ist trotzdem, ob Abstände, Arbeitsflächen und Laufwege im Alltag funktionieren.
5. Planung und Kaufentscheidung miteinander verwechseln
Eine frühzeitige Küchenplanung verpflichtet Dich nicht dazu, Deine Küche ebenso früh zu bestellen. Gerade beim Neubau kann es sinnvoll sein, zunächst ein belastbares Konzept zu entwickeln und erst später über Hersteller, Studio und konkrete Ausführung zu entscheiden.
Eine ausführlichere Betrachtung von Planungsfehlern – nicht nur im Neubau, sondern auch bei bereits bestehenden Küchenplanungen –
findest Du im Ratgeber Fehler bei der Küchenplanung: 7 typische Planungsfehler
Liegt Dein Küchenentwurf bereits vor, kannst Du ihn außerdem mit der Checkliste Küchenplanung Schritt für Schritt auf Funktion, Abstände, Ergonomie und Anschlüsse überprüfen.
Muß ich meine Küche jetzt schon kaufen?
Nein.
Das ist einer der wichtigsten Unterschiede zwischen Küchenplanung und Küchenkauf.
Beim Neubau solltest Du früh wissen, wie Deine Küche funktionieren soll. Du mußt aber nicht zwangsläufig genauso früh entscheiden, bei wem Du sie kaufen wirst.
Was für die Gebäudeplanung benötigt wird, ist zunächst ein belastbares Konzept: Raumaufteilung, Funktionsbereiche, wesentliche Gerätepositionen und daraus resultierende Anschlußpositionen.
Welchen Hersteller, welches Küchenstudio, welche Front und welche konkrete Ausstattung Du später wählst, ist eine andere Entscheidung.
Eine unabhängige Küchenplanung kann deshalb bereits stattfinden, bevor Du Dich an einen bestimmten Anbieter bindest.
So hast Du eine Planungsgrundlage, mit der Du anschließend Angebote einholen und entscheiden kannst, wer Deine Küche tatsächlich liefern soll.
Steht die Planung, folgt häufig der Gang zu mehreren Anbietern. Dabei lohnt es sich, genau hinzusehen: Küchenstudio-Angebote lassen sich oft nicht allein anhand des Endpreises vergleichen.
→ Küchenstudio-Angebote vergleichen
Häufige Fragen zur Küchenplanung im Neubau
Früh planen heißt nicht früh kaufen
Bei einem Neubau beginnt die Küchenplanung also nicht erst dann, wenn Du Dich für Fronten, Geräte und Küchenhersteller interessierst.
Sie gehört bereits in die Phase, in der Grundriß, Funktionen und Anschlüsse aufeinander abgestimmt werden.
Je früher diese Grundlagen durchdacht sind, desto weniger muß sich Deine spätere Küche an Entscheidungen anpassen, die längst getroffen wurden.
Die Planung muß früh stehen. Der Küchenkauf noch nicht.
Du baust neu und möchtest wissen, welche Küchenlösung wirklich zu Deinem Raum paßt?
Rasterliebe plant unabhängig von Küchenstudios und Herstellern. Im Mittelpunkt stehen Grundriß, Funktion, Laufwege, Ergonomie und die frühzeitige Berücksichtigung der benötigten Anschlüsse.
